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<blockquote data-quote="Schrauber" data-source="post: 140934" data-attributes="member: 10280"><p>Jetzt muss ich dann etwas weiter ausholen:</p><p></p><p>Also erstmal, die Karte ist nicht am schlechten Bild Schuld. Bei DVB ist es so, das das empfangene Bild, sofern es keine Aussetzer gibt, immer gleich ist. Mit einer anderen Karte wirst Du keine Verbesserung erreichen.</p><p></p><p>Das Problem ist hier die weitere Verarbeitung. Zum einen macht es einen Unterschied, welche Decoder-Software man verwendet. Für Mediaportal hat sich MPV/MPA als gut heraus gestellt. Aber auch die Nvidia PureVideo Docoder werden gerne genommen.</p><p></p><p>Des weiteren spielt es eine große Rolle, wie der PC mit dem Fernseher verbunden ist. Analog über Composite oder S-Video ist sehr ungünstig. Hier vermatscht die Wandlung auf der Grafikkarte das Bild.</p><p>Wenn die Verbindung über VGA oder DVI/HDMI erfolgt, dann ist zumindest die Übertragung zum TV mal gut. Dann kommt es aber auf die eingestellte Auflösung an. Das Problem ist hier, das das TV-Bild ja 720x576 interlaced als Auflösung hat. Es muss also erstmal im PC auf die eingestellte Auflösung hochgerechnet werden. Wenn die eingestellte Auflösung dann nicht der Panelauflösung des TVs entspricht, dann wird im TV das zweite Mal umgerechnet. Und zwar auf dessen Panelauflösung.</p><p></p><p>Es gibt nun zwei Lösungsansätze:</p><p>Entweder man gibt das Fernsehbild am PC 1:1 aus. Das heißt, die Auflösung des PCs muss auf 720x576 eingestellt sein. Und zwar bei 50 Hertz. Dann macht der PC nur noch das Deinterlacing und die Skalierung auf Panelauflösung übernimmt der Fernseher. Es wird dann nur noch ein Mal skaliert. Hinzu kommt, das die Scaler in den Fernsehgeräten meist recht ordentlich arbeiten. Diese Variante kommt natürlich nur in Frage, wenn man kein HD-Material anschauen will.</p><p></p><p>Die zweite Lösung ist, das man die Ausgabe des PCs auf die Panelauflösung des Fernsehers einstellt. Das machen leider nicht alle TV-Geräte mit. Die Skalierung übernimmt dann der PC und der Fernseher gibt das Bild einfach aus wie es ist. Diese Variante ist aufwändiger, weil die integrierten Skalierungsfunktionen in der TV-Software (einschließlich MediaPortal) sehr simpel gestrickt sind. Sie versauen mehr als das sie nützen. Einen Ausweg bietet FFDShow. FFDShow wird als Filter bei der Bildaufbereitung nachgeschaltet. Die TV-Software übergibt das decodierte Bild an FFDShow, noch bevor es dargestellt wird. FFDShow kann dann die Hochrechnung der Auflösung mit verschiedenen Filtern machen. Gut funktioniert Lanczos4Resize. Damit lässt man das TV-Bild auf die eingestellte Auflösung hochrechnen. Vor kurzem gab es zum Thema FFDShow auch einen sehr guten Artikel in der ct. Diese Variante setzt aber eine schnelle CPU voraus. Mein Athlon64 3200+ reicht gerade für das Scaling per Lanczos4Resize und hat dabei noch etwas Reserve. Mehr Filter wie z.B. Denoise3D kann ich schon nicht mehr einschalten. Dann kommt es schon teilweise zu Rucklern.</p><p></p><p>Ein weiteres Problem betrifft die Farben:</p><p>Ein PC verwendet ein anderes Farbsystem als der TV. Das betrifft vor allem die Graustufendarstellung. Es gibt digital 256 Graustufen. Das heißt es geht von 0 bis 255. Was Schwarz und was Weiß ist, das ist bei PC und TV verschieden. Bei einem PC ist absolutes Schwarz ein Wert von 0 und absolutes Weiß liegt bei 255. Das nennt man PC-Levels. Beim TV wird aber ein Wert von 16 schon als absolutes Schwarz interpretiert und ein Wert von 235 stellt absolutes Weiß dar. Jeder Wert darüber bzw. darunter wird nicht mehr als Abstufung dargestellt, sondern ist einfach auch nur Schwarz bzw. Weiß. Das nennt man Video-Levels. Bei Video braucht man diesen sogenannten Headroom und Footroom als Reserve.</p><p>In der Praxis führt dieser Unterschied dann dazu, das schwarze Details im Schwarz ersaufen und auch weiße Details nicht mehr dargestellt werden. Das Bild wirkt flach und wenig datailiert. Leider kann man den PC nicht einfach auf Video-Levels umschalten.</p><p>Einziger Ausweg ist dabei, die Helligkeits-, Kontrast und Gammaeinstellungen im Grafiktreiber so einzustellen, das sie auf Videolevels passen. Nach Augenmaß lässt sich das mit einer Test-DVD (z.B. die Burosch Discovery) machen. Am besten gehts, wenn man zum Vergleich einen DVD-Player hat. Der gibt nämlich Video-Levels aus. Man kann dann am PC so einstellen, das die Ausgaben auf beiden Geräten gleich aussehen. Diese Variante ist natürlich nicht sehr genau.</p><p>Besser gehts mit einem Messgerät. Genannt Colorimeter. Zum Beispiel der Colorvision SpyderTV ist so eins. Leider ist die Originalsoftware dafür völlig unbrauchbar. Ne gute Software ist ColorHCFR. Die Software erfordert aber einige Einarbeitung und Interesse an dem Thema.</p><p></p><p>Soviel erstmal dazu. Ich glaub, das reicht erstmal für den Anfang.</p><p>Wenn weitere Erklärungen zu den Themen gewünscht sind, bitte Bescheid sagen.</p><p></p><p>BTW:</p><p>Wie bist Du ansonsten mit der Karte zufrieden? Läuft mit der Originalsoftware alles glatt? Für mich ist sie vor allem wegen dem integrierten CI interessant.</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Schrauber, post: 140934, member: 10280"] Jetzt muss ich dann etwas weiter ausholen: Also erstmal, die Karte ist nicht am schlechten Bild Schuld. Bei DVB ist es so, das das empfangene Bild, sofern es keine Aussetzer gibt, immer gleich ist. Mit einer anderen Karte wirst Du keine Verbesserung erreichen. Das Problem ist hier die weitere Verarbeitung. Zum einen macht es einen Unterschied, welche Decoder-Software man verwendet. Für Mediaportal hat sich MPV/MPA als gut heraus gestellt. Aber auch die Nvidia PureVideo Docoder werden gerne genommen. Des weiteren spielt es eine große Rolle, wie der PC mit dem Fernseher verbunden ist. Analog über Composite oder S-Video ist sehr ungünstig. Hier vermatscht die Wandlung auf der Grafikkarte das Bild. Wenn die Verbindung über VGA oder DVI/HDMI erfolgt, dann ist zumindest die Übertragung zum TV mal gut. Dann kommt es aber auf die eingestellte Auflösung an. Das Problem ist hier, das das TV-Bild ja 720x576 interlaced als Auflösung hat. Es muss also erstmal im PC auf die eingestellte Auflösung hochgerechnet werden. Wenn die eingestellte Auflösung dann nicht der Panelauflösung des TVs entspricht, dann wird im TV das zweite Mal umgerechnet. Und zwar auf dessen Panelauflösung. Es gibt nun zwei Lösungsansätze: Entweder man gibt das Fernsehbild am PC 1:1 aus. Das heißt, die Auflösung des PCs muss auf 720x576 eingestellt sein. Und zwar bei 50 Hertz. Dann macht der PC nur noch das Deinterlacing und die Skalierung auf Panelauflösung übernimmt der Fernseher. Es wird dann nur noch ein Mal skaliert. Hinzu kommt, das die Scaler in den Fernsehgeräten meist recht ordentlich arbeiten. Diese Variante kommt natürlich nur in Frage, wenn man kein HD-Material anschauen will. Die zweite Lösung ist, das man die Ausgabe des PCs auf die Panelauflösung des Fernsehers einstellt. Das machen leider nicht alle TV-Geräte mit. Die Skalierung übernimmt dann der PC und der Fernseher gibt das Bild einfach aus wie es ist. Diese Variante ist aufwändiger, weil die integrierten Skalierungsfunktionen in der TV-Software (einschließlich MediaPortal) sehr simpel gestrickt sind. Sie versauen mehr als das sie nützen. Einen Ausweg bietet FFDShow. FFDShow wird als Filter bei der Bildaufbereitung nachgeschaltet. Die TV-Software übergibt das decodierte Bild an FFDShow, noch bevor es dargestellt wird. FFDShow kann dann die Hochrechnung der Auflösung mit verschiedenen Filtern machen. Gut funktioniert Lanczos4Resize. Damit lässt man das TV-Bild auf die eingestellte Auflösung hochrechnen. Vor kurzem gab es zum Thema FFDShow auch einen sehr guten Artikel in der ct. Diese Variante setzt aber eine schnelle CPU voraus. Mein Athlon64 3200+ reicht gerade für das Scaling per Lanczos4Resize und hat dabei noch etwas Reserve. Mehr Filter wie z.B. Denoise3D kann ich schon nicht mehr einschalten. Dann kommt es schon teilweise zu Rucklern. Ein weiteres Problem betrifft die Farben: Ein PC verwendet ein anderes Farbsystem als der TV. Das betrifft vor allem die Graustufendarstellung. Es gibt digital 256 Graustufen. Das heißt es geht von 0 bis 255. Was Schwarz und was Weiß ist, das ist bei PC und TV verschieden. Bei einem PC ist absolutes Schwarz ein Wert von 0 und absolutes Weiß liegt bei 255. Das nennt man PC-Levels. Beim TV wird aber ein Wert von 16 schon als absolutes Schwarz interpretiert und ein Wert von 235 stellt absolutes Weiß dar. Jeder Wert darüber bzw. darunter wird nicht mehr als Abstufung dargestellt, sondern ist einfach auch nur Schwarz bzw. Weiß. Das nennt man Video-Levels. Bei Video braucht man diesen sogenannten Headroom und Footroom als Reserve. In der Praxis führt dieser Unterschied dann dazu, das schwarze Details im Schwarz ersaufen und auch weiße Details nicht mehr dargestellt werden. Das Bild wirkt flach und wenig datailiert. Leider kann man den PC nicht einfach auf Video-Levels umschalten. Einziger Ausweg ist dabei, die Helligkeits-, Kontrast und Gammaeinstellungen im Grafiktreiber so einzustellen, das sie auf Videolevels passen. Nach Augenmaß lässt sich das mit einer Test-DVD (z.B. die Burosch Discovery) machen. Am besten gehts, wenn man zum Vergleich einen DVD-Player hat. Der gibt nämlich Video-Levels aus. Man kann dann am PC so einstellen, das die Ausgaben auf beiden Geräten gleich aussehen. Diese Variante ist natürlich nicht sehr genau. Besser gehts mit einem Messgerät. Genannt Colorimeter. Zum Beispiel der Colorvision SpyderTV ist so eins. Leider ist die Originalsoftware dafür völlig unbrauchbar. Ne gute Software ist ColorHCFR. Die Software erfordert aber einige Einarbeitung und Interesse an dem Thema. Soviel erstmal dazu. Ich glaub, das reicht erstmal für den Anfang. Wenn weitere Erklärungen zu den Themen gewünscht sind, bitte Bescheid sagen. BTW: Wie bist Du ansonsten mit der Karte zufrieden? Läuft mit der Originalsoftware alles glatt? Für mich ist sie vor allem wegen dem integrierten CI interessant. [/QUOTE]
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