Viel mehr Musikgenuss: Selbsteinmessender, parametrischer Equalizer (kostenlos) (1 Viewer)

Illuminator

Portal Pro
December 6, 2010
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Hallo zusammen,

einige Wochen habe ich nun versucht dem MePo-Musikteil bzw. meinem HTPC einen guten Klang zu entlocken und bin dabei auf folgende Lösung gestoßen: Ein quasi selbsteinmessender, parametrischer Equalizer, komplett kostenlos. Da ich hier im Forum noch nichts dazu gelesen habe und ich damit sehr zufrieden bin, dachte ich mir, ich stelle Euch das mal vor, vielleicht nutzt es dem einen oder anderen.
Verfechter des reinen Klangs, die keinerlei Einflussnahme auf das ausgegebene Audiosignal akzeptieren, sparen sich am besten das Weiterlesen, denn ich mache das Gegenteil ;-)

Ausgangslage und Ziel des Ganzen
Ich nutze die normale on bord Sound-Karte meines PCs (über S/PDIF), als Verstärker tut ein Yamaha AudioVideoReceiver (AVR, es ist ein RX-V1600) seinen Dienst und als Lautsprecher stehen Teufel Theater 2 (5.1) im Wohnzimmer. Zur Steuerung dient eine RC6 MCE-Nachbau Fernbedienung und als wichtigstes Bindeglied zwischen den Komponenten EventGhost. Das nur in Kürze, denn auch wenn es bei Euch anders aussieht (kein AVR, kein 5.1, ...) funktioniert folgendes ganz genauso, einzige Voraussetzung ist Win ab Vista (bei mir 7). Trotz Einmessfunktion des AVR war ich mit dem Musikklang nicht zufrieden.
Ziel ist also ganz einfach den Klang der Anlage entscheidend zu verbessern.

Der Lösungsansatz
Ein einfach zu bedienender, selbst einmessender Equalizer, der sich möglichst unauffälig ins System integriert.

Notwendige Hard- und Software
Einzige Hardwarevoraussetzung ist ein Messmikrofon. Ich habe einfach das benutzt, was bei meinem AVR dabei war. Es wird immer das Behringer ECM8000 empfohlen, das benötigt übrigens noch eine eigene Stromversorgung (Mikrofonverstärker). Ich bin der Meinung, dass ein Messmikro nur Sinn macht, wenn es kalibriert ist und zwar genau das eine Gerät. Gut, ich habe keinen Vergleich und bin mit dem Ergebnis meiner Billiglösung zufrieden.
Software:
Equalizer APO http://sourceforge.net/projects/equalizerapo/
und REW Room EQ Wizard http://www.roomeqwizard.com/

REW wird unsere Raumakkustik vermessen und für uns einen parametrischen EQ erstellen, der die Akkustik möglichst gut "glattbügelt". In Equalizer APO wird dann diese EQ-Kurve importiert und das war´s.

Vorgehensweise
Hier jetzt wirklich nur in Kürze, man findet massig Anleitungen dafür.
Zunächst beide Programme herunterladen. Bei REW ist hier http://www.hometheatershack.com/forums/
eine Registrierung im Forum notwendig, die aufgrund einer umfangreicher E-Mail-Adressen-Sperrliste ziemlich zeitaufwendig werden könnte. Seht Euch erst die gesperrten Mail-Adressen an (zB ist gmx.de nicht erlaubt) http://www.hometheatershack.com/bannedemail.html. Ich kann aber sagen, dass ich seit der Registrierung keinen Spam o.ä. erhalten habe.
REW installieren und starten. Am besten eine verständliche Anleitungim Netz suchen und danach die Messung durchführen. Vorher Haustiere evakuieren und Nachbar warnen, denn es kann ganz schön laut und unangenehm werden. Nachdem REW dann vermessen hat (der Krach dauert zum Glück nur ein paar Sekunden), habt Ihr ein schickes Messdiagramm. Zum Beispiel so:
beispielmessung.jpg


Dann geht Ihr oben rechts auf EQ, stellt dort ein was Ihr braucht. Bei mir sah das so aus:
EQ-Settings.JPG


Nun klickt Ihr im obigen Dialog "Optimise PK Gain & Q" an und REW erarbeitet für Euch eine EQ-Kurve.
Danach geht Ihr ins REW-Hauptfenster und dort: File-> Export -> Filter Settings as tex. Als Name zB Test.
Das war alles mit REW.

Equalizer APO installieren.
Die mit REW erzeugte Textdatei "Test.txt" legt Ihr dann (Standardpfade vorausgesetzt) in den Ordner "C:\Program Files\EqualizerAPO\config". Nun muss in der dort liegenden config.txt nur noch auf Eure Test.txt verwiesen werden. Das sähe dann so aus:
config.JPG


Ok, ich brauchte nix weiter einstellen und konnte dann gleich mit dem Windows Media Player testen. Um zu sehen, ob die Equaliser APO überhaupt benutzt wird, kann der Preamp-Wert in der config.txt geändert und die Datei danach gespeichert werden. Die Auswirkung erfolgt sofort mit speichern der config.txt auch während der Musikwiedergabe.

Einstellungen MePo
Wenn das soweit klappt, müssen wir nur noch MePo beibringen, die Musik über die Equalizer APO wiederzugeben. Da ich Probleme mit dem BASS-Player (gapless Playback klappt nicht) habe und auch WASAPI nicht mehr vernünftig funktioniert, sowie man den Exclusiv Mode deaktiviert (was zwingend notwendig ist, möchte man Equalizer APO nutzen), möchte ich hier empfehlen das PureAudio-Plugin zu installieren. Man benötigt dafür keine ASIO Treiber oder so. Das läuft wunderbar und gapless Playback ist wirklich perfekt. Es muss nur in den Einstellungen das Häkchen von Exclusive weg, siehe Bild:
PureAudio.JPG


Soweit sollte dann alles laufen.

Man kann natürlich nach Lust und Laune unendlich viele weitere Sachen probieren, alleine was REW so hergibt ist schon gigantisch. Die Tatsache, dass EQ APO alleine über die txt-Datei gesteuert wird, macht das ganze natürlich schon wieder wunderbar automatisierbar mit EventGhost (Umschalten des EQ von Musik auf Film oder Loudness oder verschiedene EQs für verschiedene Musik...).
Erwähnen möchte ich noch, dass Equalizer APO auch ein Entzerren einzelner Känale ermöglicht (bis zu 7.1). Das habe ich bisher nicht probiert.

Unendlich viele Möglichkeiten.... :)
Viel Spaß beim Probieren.

Illuminator
 

xetic

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    Hast du den Unterschied direkt gemerkt? Oder musstest du erst 2 oder 3 mal hinhören?
     

    Illuminator

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    December 6, 2010
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    Ich hab's deutlich gehört.
    Aber wie stark der Unterschied im Einzelnen ausfällt, ist neben dem subjektiven Empfinden wohl auch ganz klar davon abhängig, wie "schlecht" die Gesamtanlage vorher abgestimmt ist und wie sie sich mit der Raumakustik verträgt (Stichwort Raummoden).
    Vermutlich steckt in den meisten Anlagen ein deutliches Verbesserungspotenzial, denn einen EQ linear einzustellen, ist schon eine Kunst.
     

    xetic

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    Bin ich mal gespannt... probiere es die Tage mal aus. Danke nochmal!
    Hab es auch in unserem Blog verlinkt, wenn du nichts dagegen hast?
     

    steamengine64

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    Hallo Illuminator,

    also in ein kalibriertes Meßmikro würde ich schon investieren, da sonst in erster Linie die Nicht-Linearitäten des Meßmikros ausgeglichen werden - und die sind heftig! Die beiliegenden AVR Mikros sind es i. d. R. nicht, da jedes auch baugleiches Mikro abweichende elektrische Eigenschaften hat.

    Zum ausprobieren taugt´s natürlich.

    Gruß

    Klaus
     

    Brette

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    naja, sooo heftig sind die Abweichungen oft nicht wie man denken würde, und wenn dann eher im Bassbereich.
    Hier kommt es aber auf +-5db auch nicht wirklich an.

    Besser wird es natürlich mit einem Kalibrierten, ob man es später tatsächlich hört.....bei dieser "einfachen" Korrektur eher nicht.
    Ich nutze zur Korrektur (((Acourate))), da sieht die Welt wieder ein bisschen anders aus.

    VG
     

    steamengine64

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    @Brette,

    da widerspreche ich doch mal in aller Deutlichkeit:D. Einfach mal Kalibriertabellen von Mikro´s gleichen Typs hernehmen, da sind Unterschiede von 3-5dB auszumachen, was einer Lautstärkeverdopplung gleich kommt. Bei vorhandenem Laptop mit 96kHz Soundkarte kostet ein kal. Mikro mit Phantomeinpeisung
    189 €. Software CARMA ist bei AudioNET gratis. Und Hoch-/Mitteltonreflexionen bestimmen ganz erheblich den RT60 Wert.

    Nicht umsonst kann man i.d.R. die Audyssey-Einmessungen in die Tonne kloppen.

    Gruß

    Klaus
     

    Brette

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    Hallo,

    stimmt schon das die Mikros z.T. recht unterschiedlich sind.
    Gerade im Bassbereich schwächeln viele Mikros und werden ungenau.
    Aber genau hier spielt es keine so große Rolle, denn wer hat schon einen linearen FQ im Bassbereich im Raum?
    Zudem ist in diesem Bereich das Gehör recht unempfindlich was Pegelunterschiede betrifft.
    Pegelunterschiede von 20db sind hier eher die Regel als die Ausnahme.
    Zum ermitteln des RT60 braucht man aber kein kalibriertes Mikro, denn hier geht es ja um Abbau pro Zeit.
    Dann ist es völlig Wurst ob das Mikro einen FQ Buckel hat.

    Mein Behringer ECM800 hat kalibriert 75;-EUR gekostet, es geht also auch günstiger.
    Gut, es wird noch ein Audiointerface mit Phantomspeisung benötigt.
    Ich sehe ein Kalibriertes ja auch als sinnvoll an, aber für das Einstellen eines einfachen PEQ ist es nicht unbedingt notwendig, um ein rel. gutes Ergebnis zu erzielen.

    Das die meisten Audyssey Einmessungen nicht viel taugen liegt auch nicht alleine am Mikro.
    Das XT32 scheint aber recht brauchbar zu sein.

    Acourate rechnet mit 32768 Stützpunkten, da macht es schon mehr Sinn ein kalibriertes Mikro einzusetzen.
    Ich habe mir mal 2 gleiche Filter erstellt, einen mit, den anderen ohne Kalibrierungsdatei.
    Die gehörten Unterschiede waren vorhanden, aber sehr gering.

    Gruß Brette
     

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