Test Intel Pentium G3220 (Haswell)

Discussion in 'Mainboards/CPU/RAM' started by Lehmden, April 11, 2014.

  1. Lehmden
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    Hi.
    Da der AMD K6-2 meiner Schwester neulich endlich! den Geist aufgegeben hat (ist ca 15 Jahre alt gewesen) durfte ich ihr einen neuen Rechner bauen. Das Gehäuse gefällt ihr immer noch, bleibt also. Auch die Festplatte des alten Systems wird, allerdings nur als Zweitplatte, weiter verwendet. Die ist noch keine 15 Jahre alt, wurde zwischendrin mal getauscht. Aber ist halt eine IDE mit ca 120 GB. Der Rest muss neu, was ja nach 15 Jahren nicht weiter verwundert. Da meine Schwester nicht so üppig viel verdient, sollte das System nicht so teuer sein. Ihre hauptsächlichen Beschäftigungen damit sind Emails, Surfen, und Shoppen... Ach, ihre 10 jährige Tochter hat auch ein Wörtchen mitzureden. Dafür braucht man ja auch kein High End System. Trotzdem wollte ich "was modernes", damit das Teil nicht so schnell wieder rettungslos veraltet ist. Schließlich muss ich mich damit die nächsten (hoffentlich nicht wieder 15) Jahre herum ärgern...

    Geworden ist es dann ein Intel System mit dem Pentium G3220 und somit mein erstes Haswell System. Das Board ist ein MSI H81M-P33. Als SSD ist eine SanDisk SDSSDP-128G-G25 eingebaut und das RAM (2x2 GB) ist von GSkill. Zusammen hat das Ganze mit Porto 190€ gekostet. Die CPU schlägt dabei mit 52€ zu Buche, das Board mit 35€. Hat man RAM und Platte noch irgendwo herum liegen, kann man so ein System also für unter 90€ aufbauen.

    Der Zusammenbau war problemlos. Na ja, zusammen gebaut wird er eigentlich erst morgen bei ihr. Ich habe das Board provisorisch in ein altes Desktop Gehäuse eingebaut. Hat jedenfalls problemlos funktioniert. Die erste faustdicke Überraschung gab es beim Installieren von Windows 7. Windows 8.1 konnte ich ihr nicht zumuten, auch so wird der Umstieg von Windows ME auf Windows 7 schon ein richtiger Kulturschock. Einen USB Stick angeklemmt, das Setup gestartet und nach weniger als 10 Minuten war alles fertig. So schnell habe ich Win7 noch nie installiert. Danach die Mainboard CD eingelegt und die notwendigen Treiber installiert. Noch LAVF drauf und Quick Sync ausgewählt. In unter 15 Minuten war alles vorbei. Bis auf die elend vielen Windows Updates natürlich... Die kommen aber erst später.

    Die ersten Eindrücke sind phantastisch. Das System startet in 6 Sekunden (gemessen, nicht geschätzt!) von "Ganz Aus" (= Netzstecker gezogen) bis zum Desktop. Das Herunter fahren dauert 2 Sekunden. Auch der Windows Leistungsindex zeigt Erstaunliches. Zumindest für ein 90€ System mit "schlapper" Intel Grafik:
    G3220-3.jpg

    Solche Werte habe ich mit meinen diskreten Grafikkarten noch nie erreicht.

    Zum testen der HTPC Eigenschaften war es mir zu umständlich einen kompletten MP1 Klienten aufzusetzen und durch zu konfigurieren. Nur um alles gleich wieder zu deinstallieren. Aber wozu gibt es denn MP2?!
    Beim ersten Versuch meckert das Setup nach .NET 4.5.1. Da ich noch keine Windows Updates gemacht habe, ist das noch nicht drauf. MP2 hat also Recht mit der Meckerei. Schnell geladen und installiert. Jetzt klappt's auch mit MP2. Eine Minute später war MP2 voll einsatzbereit. Der laufende MP2 Server wird vollautomatisch gefunden. Man muss nur bestätigen, das man den Klienten an den Server binden will. Sonst muss man die Location fürs Wetter und den Namen des Rechners mit MPExtended drauf angeben und "ich habe fertig". Zum TV schauen wird bei mir immer noch der MP 1.6 TV Server genutzt... Damit steht mir alles genau so zur Verfügung, wie ich es gewohnt bin.

    Auf meinem HTPC braucht MP1 meist schon so lange zum starten wie die komplette Konfiguration von MP2 dauert. Die Oberfläche von MP2 ist nach weniger als einer Sekunde einsatzbereit, wenn man das Programm startet. Genau so schnell wie die Starts sind, reagiert das System auch auf Kommandos. FB ist nicht, also muss ich MP2 mit der Maus bedienen. Geht aber problemlos. Auf dem System würde ich zum ersten Mal sagen, das XBMC nicht schneller im GUI ist als MP2. Bisher habe ich da immer noch leichte Vorteile bei XBMC gesehen. Ist mein System wohl doch zu schlapp...

    Nun gut, spielen wir ein Video ab. Da sowieso "Undercovers" dran war, warum nicht mit dem G3220 gucken? Hängt ja ohnehin an meinem TV... Gesagt, getan und "wow". Das Bild ist tatsächlich sichtbar besser! als mit meiner NVidia GT 430 die normalerweise in meinem HTPC ihren Dienst versieht. Die CPU Auslastung liegt bei unter 1%. Aus der einen Folge sind dann einfach mal 3 Folgen geworden. Egal, jetzt bin ich durch.
    G3220-1.jpg

    Doch die Episoden waren nur in 720P und nicht in 1080i. 720p ist nicht sehr schwierig, eigentlich sogar einfacher als SD- TV..

    Aber es gibt ja noch Live TV in 1080i. Bitteschön, besser kann so ein Screenshot nicht aussehen. Und das trotz des Umwegs über MPExteded: (Die Linien haben die selbe Bedeutung wie bei MP1, kann man also direkt vergleichen)
    G3220-2.jpg
    Beeindruckend ist die rote Linie. Schließlich macht das System aus 50 Halbblidern 50 Vollbilder pro Sekunde. Man könnte natürlich auch auf 25 Hz (also 25 Vollbilder) gehen, aber das wäre nicht so "smooth". Abweichungen in der Render- Zeit sind nicht messbar. Am Deinterlacen gibt es also wohl rein gar nichts auszusetzen. Natürlich steigt die CPU Auslastung dabei nicht an, erledigt ja alles die GPU...

    Eben noch ein 23.976 FPS MKV abspielen. DRC (ja, MP2 hat inzwischen auch DRC ;) ) schaltet meinen TV brav auf 23 Hz um (heißt 23 HZ ist aber tatsächlich 23,976 Hz) und alles läuft super geschmeidig. Keine Aussetzer, keine Droped Frames, kein 24P Bug... Nur phantastische Wiedergabe.

    Was ich mangels 3D TV nicht testen konnte, ist wie sich der Haswell bei 3D Wiedergabe benimmt. Dazu müsste mal jemand anderes was schreiben.

    Mit dem HDMI- Sound habe ich mich auch nicht weiter beschäftigt, da ich keinen HDMI AVR habe. Ich habe aber gelesen, das die G3xxx alle gängigen Formate, auch alle HiRes Formate wiedergeben können. Ich habe nur den normalen Stereo Ausgang des Boards genutzt. Der funktioniert natürlich problemlos, genau wie der Netzwerk- Chip

    Ein Wort zum "Boxed" Lüfter. Man kann ihn hören. Ist immer noch das selbe Teil wie schon zu Sandy Bridge Zeiten. Vielleicht sollte Intel hier mal den Lieferanten wechseln. Selbst eine Gratis Dreingabe muss heute nicht mehr so deutlich hörbar sein. Allerdings ist das Geräusch nicht aufdringlich oder gar nervend. Zumindest nicht im normalen Betrieb, da dann die Drehzahl stark absinkt. Unerträglich wäre es aber, wenn die Drehzahlen auf Maximum ansteigen würden. Nach dem Einschalten heult der Lüfter erst einmal hoch, bevor die Regelung greift. Das klingt eher nach startendem Düsenjäger als nach leisem HTPC. In städtischer Umgebung dürfte man den im Normalfall ganz langsam drehenden Lüfter kaum bemerken, wenn man nicht gezielt hin hört. Hier auf dem platten Land ist es aber extrem still...

    Der Stromverbrauch ist auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Das ganze System mit 128 GB SSD und 4 GB Ram (2 Module wegen Dual Channel) an einem nicht mehr taufrischen BeQuiet 300 Watt Netzteil zieht bei 1080i TV gerade mal 35 Watt aus der Steckdose (billiges Messgerät von Conrad). Im Idle geht das praktisch überhaupt nicht runter. Vermutlich ist das NT am (unteren) Ende. Unter Vollast (XmediaRecode beim umrechnen) ist ein kaum merklicher Anstieg von ca 5 Watt zu verzeichnen. Die TDP des G3220 liegt eigentlich bei 54 Watt. Das kann man aber wohl nur erreichen, wenn CPU und GPU gleichzeitig bis zur Überlast geschunden werden.

    Fazit:
    Intel hat die Latte im Low Cost Bereich mit den Haswell Pentiums ganz schön hoch gehängt. So viel Leistung mit so wenig Stromverbrauch für so wenig Geld ist schwer zu toppen. Ich bin jedenfalls begeistert von diesem 90€ System...

    Mich würde mal interessieren, ob die ja noch billigeren Celeron (damit könnte man noch mal 20€ sparen) genau so gute Grafikeigenschaften haben. Nominell ist die eingebaute GPU identisch. Vielleicht klemmt es aber an anderer Stelle (Cache, Takt oder so).


     
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  3. ProjektC
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    Sehr schöner Bericht.
    Habe auch vor kurzen auf Intel Platform gesetzt, i3 mit der HD 4400 und war sehr begeistert von der Leistung im GPU und MePo Bereich.
    QS macht wirklich eine tolle Arbeit und hätte man vor Jahren Intel gar nicht zugetraut.
    War bis jetzt eigentlich immer auf NVIDIA GPU bei Grafikkarten im HTPC Bereich eingestellt, was sich aber geändert hat.

    Als welche Grafikkarte gibt sich der Pentium G3220 aus ?
    Deinterlacen hast du bei LAV aktiviert unter QS ?
     
  4. Lehmden
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    Hi.
    Einfach als "Intel(R) HD Graphics"

    LAVF.jpg

    Diese Einstellungen funktionieren perfekt mit dem G3220
     
  5. dyamant

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    Toller Bericht den ich nur bestätigen kann.

    Was mir aber in deinem Bericht aufgefallen ist, das du gar keinen MP1 Server mehr einsetzt. Nur noch den MP2 Server mit MP1 als Client. Geht das denn so einfach?
     
  6. Lehmden
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    Hi.

    Nein, das geht gar nicht. Es ist genau anders herum. ich setze keinen MP1 Klienten mehr ein. Nur noch den MP1 TV Server, da die "native" TV Geschichte (aka TVE 3.5) noch nicht einsatzbereit ist. Bis dahin tut es der MP1 TV Server auch. Der MP1 TV Server läuft zusammen mit MPExtended und dem MP2 Server auf meinem Server und versorgt das ganze Netzwerk. Deswegen hat man ja so wenig Arbeit beim Einrichten weiterer Klienten.
     
  7. Brette
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    Hi,

    danke für den tollen Bericht.
    Die Haswell sind schon klasse.
    Ich habe mir vor ein paar Monaten auch einen neuen Client mit einem "i3-4130T" auf Intelboard gezimmert.
    Allerdings liegt da der Stromverbrauch noch etwas niedriger.
    Idle = 15-16 Watt
    HD = 21 Watt (Decoder abhängig)
    Grundeinstellungen im Bios (hier könnte noch optimiert werden)

    Ich schätze die alte Festplatte und das Netzteil treiben den Verbrauch hoch, aber hey, 35Watt ist super.

    Mich juckt es in den Fingern meinen Server auch ein Upgrade zu spendieren.:sick:

    Gruß Brette
     
  8. Helios61
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    Nochmal kurz zu den Haswell < Core-I3 (Pentium & Celeron)! Diese CPUs unterstützen keine 3D Wiedergabe (Intel® InTru™ 3D-Technologie), wobei ich denke, dass es sich hier um natives 3D Playback handelt, also MVC codiert, was mit MP bzw. LAV sowieso (noch) nicht wiedergegeben werden kann! Aber ich gehe davon aus, dass sich das mittelfristig ändern wird.

    Gruß
    Helios
     
  9. Andreas Schneider

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    Ich musste den vorherigen Hinweis nochmal genau lesen und in den Datenblättern nachsehen um zu verstehen wer jetzt was unterstützt. Deswegen nochmal kurz und knapp:

    i3-4130T unterstützt 3D und zwar einwandfrei (habe ich und nutze ich regelmäßig)

    Pentium G3220 unterstützt 3D nicht!
     
  10. RicoHTPC
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    Das ist mal ne Ansage! :cool:
     
  11. Lehmden
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    Hi.
    Sorry, das ich diesen alten Thread noch mal hoch hole. Aber ich bin gerade daraufhin noch mal angesprochen worden. Leider steht hier eine Fehlinformation drin, die zu Verwirrungen führen kann...
    Es geht um die 3D Tauglichkeit und speziell um das Fehlen der Intel® InTru™ 3D-Technologie. Das ist eine Option, aktive Shutterbrillen anzusteuern, also so etwas wie NVidias 3D Vision. Deswegen beeinflusst das Fehlen eben dieser Technologie im Pentium die 3D Payback Egenschaften überhaupt nicht. Nur wenn man auf einem 2D!!! TV mit Hilfe dieser Techologie 3D Wiedergabe bekommen will, dann reicht der Pentium nicht aus. Hat man einen 3D TV, so spielt das überhaupt keine Rolle.
     
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